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Imkerverein Letschin und Umgebung e.V

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Nordkurier 10. Juni 2014

 

Das Gut war jahrelang verfallen

Gut Schweizerhaus erwacht langsam wieder zum Leben

Seelow · 29.05.2014

Das einstige landwirtschaftliche Mustergut in Seelow verfiel lange Zeit. Derzeit baut ein Verein das Gut neu auf. Zum Heimatfest gibt es nun wieder Bienen zu sehen.

Patrick Pleul Auf Uwe Trzewik und seine Mitstreiter wartet noch viel Arbeit bei der Wiederherstellung des alten Gutes.

Auf dem riesigen Gelände des einstigen Musterguts Schweizerhaus in Seelow (Märkisch-Oderland) fliegen wieder Bienen. Zwei Imkervereine aus der Region haben dort Völker aufgestellt. An einem sogenannten Lehrvolk können Besucher am morgigen Samstag während des sechsten Heimatfestes einen Blick in einen Bienenstaat werfen. „Das Treiben kann unter Glas beobachtet werden“, teilte der Verein Schweizerhaus mit. Er kümmert sich um das 13 Hektar große Anwesen, das in den 1920er Jahren zum landwirtschaftlichen Mustergut ausgebaut worden war.

Von dem historischen Bienenhaus, in dem bis zu 50 Völker lebten, sind nur die Fundamente übrig. Geplant sei, außer mit den Bienen der beiden Vereine künftig auch mit eigenen Bienen jungen Menschen einen Einblick in diesen Bereich zu geben, sagte ein Vereinssprecher. „Aber das ist Vision.“ Zunächst solle Anfang Juli ein Kooperationsvertrag mit den beiden Vereinen unterzeichnet werden.

Der Berliner Bankier Hugo Simon (1880-1950) hatte das Areal, ein Ausflugslokal mit Nachbargrundstücken, 1919 gekauft. Dem Zeitgeist entsprechend entwickelte er daraus einen Gutsbetrieb, ließ junge Leute ausbilden, Arbeitern Wohnungen bauen und neue Pflanzensorten und Geflügelrassen züchten. Familie Simon musste 1933 vor den Nazis aus Deutschland fliehen. Das Landgut wurde 1936 einem staatlichen Versuchsinstitut angegliedert und war zu DDR-Zeiten Gartenbaubetrieb. Nach der Wende erhielten die Erben das Anwesen zurück. Sie verkauften es der Stadt, die es dem Heimatverein anvertraute. Dieser will das denkmalgeschützte Gelände zu einem Ausflugsziel machen. Bisher wurden rund 200 000 Euro in den Wiederaufbau investiert.

 

150 Jahre Imkerverein Letschin

 

Am 07.07.2013 begingen wir das 150-jährige Jubiläum zum Bestehen des Letschiner Imkervereins.

 

Der Imkerverein Letschin wurde im Juli 1863 von Friedrich Wilhelm Vogel gegründet. F. W. Vogel, ab 1860 Kantor und Küster in Buschdorf, hatte bei Dzierzon Kenntnisse in der Bienenhaltung vertieft und war stets bemüht, seine Erkenntnisse einer breiten Imkerschaft teilwerden zu lassen. Er war ab 1861 ständiger Präsident der Wanderversammlung der Imker Deutschlands und Österreich-Ungarns.

 

Unser heutiger Verein hat 17 Mitglieder; aus Altfriedland, Alt Tucheband, Golzow, Gusow, Kienitz, Letschin, Manschnow, Neuhardenberg, Platkow und Wulkow bei Trebnitz. Zur Feier hatten wir auch die Imkervereine Fredersdorf, Seelow, Wriezen, Falkenhagen und Müncheberg eingeladen. Auch der Landeswanderobmann, Arno Gesche, war zugegen.

 

Herr Eberhard Schenk vom Imkerverein Wriezen hatte vor dem „Haus Lichtblick“ seinen attraktiven Verkaufsstand mit Imkererzeugnissen eingerichtet. Historische Materialien für die Ausstellung im Vorraum hatten Kollegen des Imkervereins und auch die Heimatstube Letschin bereit gestellt. Jürgen Hundertmark konnte etliche seiner auf der Belegstelle Lattbusch begatteten Königinnen an interessierte Imker abgeben. Unsere langjährigen Vereinsmitglieder und der Vorstand hatten die wesentlichen Inhalte der Geschichte unseres Vereins zusammen getragen, welche Karin Stahl einschließlich etlicher Erinnerungsfotos von Unternehmungen im Verein auf großen Schautafeln gestaltete.

 

Grüße und Glückwünsche vom Landesverband Brandenburgischer Imker e. V. überbrachte dessen Vorsitzender Rainer Gabriel. Er zeichnete verdienstvolle Imker des Vereins aus. So erhielten Friedrich Reinitz und Lothar Hartmann die Eschenholztafel in Silber, Ehrennadeln: Martin Reinitz in Gold, Karin Stahl in Silber und Jürgen Hundertmark in Bronze.

 

Höhepunkte unserer Veranstaltung waren die Vorträge von Dr. Werner von der Ohe, Leiter des Bieneninstitutes in Celle, zu den Themen „Honigqualität – Von der Blüte bis auf den Frühstückstisch“ und „Stress im Bienenvolk – Warum sterben Bienenvölker?“. Diese tiefgründigen Vorträge stießen auf großes Interesse, was sich auch in der anschließenden Diskussion zeigte.

 

In der Pause konnte wohlschmeckender Kuchen verzehrt werden, welcher von unseren Frauen selbst gebacken worden war, wofür alle herzlich danken.

 

Großer Dank gilt den Sponsoren, unter anderem der Sparkasse Märkisch-Oderland, dem Gemeinde- und Ortsvorstand Letschin, mehreren landwirtschaftlichen Betrieben der Region und auch Einzelpersonen, welche uns diese Veranstaltung so erst ermöglicht haben. Herzlichen Dank an Günter Fetting für die Anerkennung der Tätigkeiten unseres Vereins durch Gemeinde- und Ortsvorstand Letschin.

 

Martin Reinitz

Vorsitzender

 

 

 

 

Bildunterschrift:

 

von links nach rechts: Lothar Hartmann, Friedrich Reinitz, Karin Stahl, Martin Reinitz, Jürgen Hundertmark

Foto: Johann Müller

 

Bienenjournal Dezember 2013

FOTO: JOHANN MÜLLER