Vereinsausflug 2015

IMKERVEREIN-LETSCHIN.DE

Imkerverein Letschin und Umgebung e.V

 

 

Ausflug des „Imkerverein Letschin und Umgebung“ am 01.08.2015

 

 

Kurz nach 7 Uhr am Samstag, den 1. August 2015, fuhren wir mit dem Bus in Richtung Berlin ab. Pünktlich kamen wir in Steglitz am Bienenstand der Freien Universität Berlin an und wurden von Prof. Dr. Burkhard Schricker und Dr. Benedikt Polaczek freundlich empfangen.

In gut dreieinhalb Stunden hörten wir einen Abriss über die Bienenforschung und die Varroabekämpfung und unternahmen einen Rundgang auf dem Forschungsgelände.

Prof. Schricker schilderte, wie die Biene neben dem Menschen und der Drosophila-Fliege eines der bestuntersuchten Lebewesen wurde. Vor etwa 100 Jahren wurde begonnen, mit Versuchen die Physiologie und die Sinne dieser Tiere zu erforschen.

Der Nobelpreisträger Karl von Frisch, der Entdecker des Bienentanzes, dem Prof. Schricker noch assistieren durfte, bewies, dass Bienen Farben unterscheiden können. Das heißt, mit Hilfe von Futter und Farbe konnten die Tiere zu einem bestimmten Verhalten dressiert werden. Die Biene erfasst ein anderes Farbspektrum als der Mensch. Sie kann zum Beispiel Ultraviolett wahrnehmen, aber Rot nicht. Ebenso werden unterschiedliche Düfte wahrgenommen und sind als Dressurgrundlage geeignet. Die Bienen werden zur Kontrolle markiert (wie unsere Königinnen) und immer vom Standort aus in wachsender Entfernung angelernt. Es wurde festgestellt, dass Winterbienen sich noch nach drei Monaten an eine Duftdressur erinnern können!

Die Sicht oder Funktionsweise der Augen ist ebenso Forschungsgegenstand an der FU. So ist das Facettenauge der Biene hervorragend geeignet bei hoher Geschwindigkeit. Ruhende Bilder werden dagegen unscharf gesehen. Im Flug werden Strichfiguren leicht von Flächen unterschieden, aber nicht verschiedenförmige Flächen oder Striche untereinander. „Das Leben der Biene ist Bewegung!“ Anhand eines Stücks blauen Himmels kann die Biene durch Polarisierung genau die Position der Sonne feststellen, also sich orientieren, ohne dass sie die Sonne sieht. Durch eine künstliche Änderung der Polarisierung kann die Biene umgeleitet werden.

Die Biene ist ein Hochleistungstier: Bis zu drei Viertel ihres Eigengewichts kann sie transportieren, und dies mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,5 Meter pro Sekunde.

Bei einem Exkurs über die Ägyptische Honigbiene wurde unter anderem betont, wie viel Energie diese zum Wachsherstellen verbrauchen: bis zu 12 Kilogramm Honig für ein Kilogramm Wachs! Dieses Wissen sollte sich jeder Imker in der Praxis zunutze machen.

Dr. Polaczek ergänzte hier und da die Ausführungen von Prof. Schricker und beantwortete unsere Fragen, um danach noch einmal die Wichtigkeit der Varroabekämpfung mit Ameisensäure zu unterstreichen. Es hat sich herausgestellt, dass etwa ein Gramm pro Wabe pro Tag eine optimale Wirkung von 98 Prozent entfaltet. Dieses Mittel ist bisher das einzige, das keine Resistenzen bildet. Eine zeitige und kontrollierte Behandlung ist der beste Weg, um mit starken Völkern in den Winter zu kommen. Versuche mit wärmeerzeugenden neuen Geräten sind geplant, um eine gleichmäßigere Verdunstung zu gewährleisten.

Eine kleine Präsentation verschiedener Bekämpfungsmittel und der Rundgang auf dem Forschungsgelände rundeten die interessanten Vorträge ab.

Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter nach Charlottenburg, um den Ausflug mit einer dreistündigen Schifffahrt auf der Spree und dem Landwehrkanal ausklingen zu lassen.